Der Nationalrat hat in der Herbstsession entschieden: Neu soll es für jeden Neupapi 2 Wochen Zusatz-Urlaub für lau geben. Das ist die Antwort auf die Forderung der Linken, die einen 4-wöchigen Vaterschaftsurlaub forderten. Aber auch dies reicht ihnen nicht. Ihr Ziel ist eine 38wöchige Elternzeit. Das sind 9 ½ Monate, welche sich die Eltern untereinander aufteilen können sollen. Es gehe darum den Mann der Frau gleichzustellen und umgekehrt. Beide sollten dieselben Chancen haben um bei ihrem Kind sein zu dürfen, und es verhindere die Zementierung der Rollenbilder. Als Mutter zweier Töchter stelle ich mir die Frage, ob die SP daran gedacht hat, dass Männer keine Kinder austragen, gebären und auch nicht stillen können? Ich weiss, die Gender-Thematik ist auch mir nicht fremd, jedoch ist es immer noch so, dass diese Möglichkeit nur den Frauen vorbehalten ist. Das diesbezügliche Rollenbild ist – so leid es mir tut – schlicht von der Natur vorgegeben. Der Mutterschaftsurlaub wurde eingeführt, damit die Mutter sich von der Schwangerschaft und der Geburt erholen kann. Man nennt diese Zeit auch Wochenbett. Zudem dient sie auch dazu, dass sie sich mit dem Stillen ihres Kindes anvertrauen kann. Wer schon einmal ein Kind geboren hat, weiss, dass dies nicht immer problemlos läuft. Und mit Verlaub, aber hierbei kann der Vater nicht wirklich helfen. Dass es dienlich und für den Papi schön ist, wenn er die ersten 1,2 Wochen ebenfalls zu Hause bei seiner jungen Familie sein kann, bestreite ich keineswegs. Auch wir haben diese Zeit gemeinsam verlebt. Es ging aber ganz ohne staatlich vorgeschriebenen und subventionierten Vaterschaftsurlaub. Mein Mann bezog nämlich einfach Ferien. Davon hat jeder Arbeitnehmer in der Schweiz mindestens 4 Wochen jährlich zur Verfügung. In meinem gesamten Umfeld gab es keinen frischgebackenen Vater, dem der Bezug von Ferien anlässlich dieses Ereignisses vom Arbeitgeber abgesprochen wurde. Man ist nun aber nicht mehr gewillt seine Ferien für die Geburt des eigenen Kindes zu ‘opfern’. Der Staat soll es einmal mehr richten, alle anderen bezahlen. Dass dies Folgen für die Arbeitgeber hat, interessiert keinen. Ein Arbeitnehmer fehlt im Betrieb gemäss Bundesamt für Statistik jährlich durchschnittlich 68 Stunden (Krankheit/Unfall/Militär). Hinzu kommt der normale Ferienanspruch von durchschnittlich 5.3 Wochen. Diese Fehlzeiten muss der Arbeitgeber heute schon personell wie finanziell verkraften. Aber das, was mich persönlich am meisten verwundert, ist: Ausgerechnet jene Kreise, welche sich dafür einsetzen, dass man seine Kinder direkt nach der Geburt in Krippen verfrachtet damit beide Elternteile ihre beruflichen Karrieren weiterverfolgen können, fordern nun eine Elternzeit/einen Vaterschaftsurlaub mit der Begründung, es sei wichtig, dass man möglichst viel Zeit mit dem Kind verbringen könne. Irgendwie schizophren, oder nicht?
 

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